Pro & Contra

Freitag, 10. März 2006

Was ich nicht mag...

unter diesem titel muss entsprechend meiner derzeitigen laune als allererstes die grossartigen englischen sogenannten "service hotlines" kommen, belegbar an drei beispielen. beispiel 1: wir haben ja nun einen neuen internet provider, bulldog genannt. da sich die software nur auf heikes laptop installieren liess aber partout und auch nicht nach dem 35sten versuch auf meinem, beschloss ich, mir doch etwas fachkundige hilfe zu holen und rief den customer service an, wo man sich doch glatte 10 sekunden zeit nahm um mir zu raten: "try again!". na, besten dank. beispiel 2 betrifft zwar nicht mich, aber egal: meine franzoesische mitbewohnerin rebecca bekam zu ihrem englischen account eine kreditkarte (gleiche filiale, gleiches gehalt, alles gleich: ich nicht.), die sie auch begeistert genutzt hat. ist ja auch praktisch, sowas. vor 2 wochen kam dann ein anruf, dass sie doch bitte £16 zahlen sollte. wofuer, fragt ihr euch? ja, wir uns auch. nach einem bestimmt halbstuendigen telefongespraech kam dann raus, dass das englische kreditkartensystem etwas anders ist (man muss am ende des monats sein kreditkartenkonto quasi ausgleichen) und rebecca mit £300 in den miesen ist. die wollten sie aber noch gar nicht haben, sondern erstmal immer schoen sollzinsen kassieren, damit's richtig teuer wird. beispiel 3: last, but not least, die gute alte national insurance number, die jeder hier ja braucht (wofuer eigentlich?). klar, machen wir doch einfach mal eine hotline, die andauernd besetzt ist, und auch nur ein zustaendiges jobcentre fuer ganz suedlondon. man hat ja auch sonst nix zu tun, als da dauernd anzurufen. nicht, dass ich das gemacht haette (ich hab ja den schummel-schleich-weg genommen), aber man kann sich ja mal im namen von anderen aufregen, die echt den ganzen stress hatten.

was ich auch ueberhaupt nicht mag, ist die tatsache, dass london generell einfach dick macht, zumindest anscheinend, wenn man stolze traegerin von zwei x-chromosomen ist. ob es daran liegt, dass man sich hier einfach 0,0 bewegt (besten dank an den bestens ausgebauten londoner oepnv) oder daran, dass jeder zweite laden frittiertes essen (wahlweise chicken, fish, burger oder chips) verkauft und die englischen supermaerkte auch nicht gerade das monopol auf gesundes und kalorienarmes essen halten - ich weiss es nicht. was ich weiss, ist, dass ich mir ueber ein souvenir meiner londonzeit nicht den kopf zerbrechen brauche - ich muss nur einmal auf die anzeige meiner waage gucken...

...und was ich mag!

kaum zu glauben, aber wahr, ich mag das englische wetter. das soll nicht heissen, dass ich meinen sommerurlaub hier verbringen moechte, aber im vergleich zu deutschland ist es hier wohl doch etwas milder, wie der wetterexperte sagt. zumindest habe ich seit ende september erst dreimal meinen regenschirm benutzt! abgesehen davon war es hier den ganzen winter ueber nicht kaelter als -2 grad (und das nur morgens) und jetzt, waehrend deutschland die zweite eiszeit erlebt, haben wir hier schon fruehlingshafte 10 grad.

was ich wirklich wahnsinnig schoen finde, ist london bei nacht. nicht nur, dass die stadt anscheinend nie schlaeft (ich weiss, sagt man eigentlich ueber new york) und man zu jeder tageszeit alles machen kann, von chinesischem take away nachts um 3 bis zur ganz miesen house-party morgends um 9, sondern auch die kulisse der stadt im dunkeln. was mir immer besonders gefaellt, ist mein heimweg, wenn ich nachts aus dem westend nach hause fahre. wessen weg nach hause fuehrt schon am trafalgar square, big ben, den houses of parliament, der themse und dem londoneye vorbei? okay, dahinter ist es weniger huebsch, aber seinen gewissen charme hat doch ganz london.

es hat zwar ein bisschen gadauert, aber inzwischen habe ich mich sogar mit dem londoner verkehr angefreundet und sogar einige ganz schoen schlaue sachen entdeckt. gut, das mit dem linksfahren finde ich immer noch ein bisschen unnoetig, aber inzwischen hab ich mich ganz gut daran gewoehnt und bin jetzt auch einparkmeister auf beiden strassenseiten. und das ist auch gleich gute sache nummer 1: hier darf man gegen die fahrtrichtung parken! grossartig, wenn man wie ich manchmal sogar zum wenden keine lust mehr hat. nummer 2: vielleicht kommt's mir nur so vor, aber ich glaube, die stauerprobten englischen autofahrer lassen einen eher rein. ist auch ganz schoen nett von denen, ansonsten wuerde man da wahrscheinlich auch ewig stehen (gibt kein rechts vor links, nur groessere vor kleinerer strasse). und nummer 3 gibt's auch noch, die beste von allen: es gibt hier keine ampelschaltung! zumindest wenn kein bloeder fussgaenger auf den knopf drueckt, ist ampelunbehindertes fahren garantiert. es drueckt auch fast keiner, eigentlich nur alte leute oder muttis mit kinderwagen, und denen sei es gestattet.

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